Erst Regelung und Verteiler ansehen
Beginnen Sie bei der Regelung, nicht beim Boden. Der Raumregler steuert über Stellmotoren, ob der zugehörige Heizkreis Wasser bekommt. Steht er auf Absenkung, ist die Batterie leer oder fehlt die Verbindung zum Funkempfänger, bleibt der Kreis geschlossen, und der Boden bleibt kalt. Prüfen Sie Uhrzeit, Betriebsart und Solltemperatur am Regler, bevor Sie weiter suchen.
Luft und Druck im System
Luft im Heizkreis blockiert den Durchfluss. Rohrschlangen im Boden sind lang und führen oft nach oben und unten, sodass sich Luftblasen an Hochpunkten festsetzen. Das Wasser kommt dann nur langsam oder gar nicht durch. Am Verteiler lassen sich solche Kreise an den Durchflussanzeigern erkennen, bei denen kaum Bewegung zu sehen ist.
Das Entlüften der Fußbodenheizung ist anspruchsvoller als am Heizkörper. Es braucht Spülen der einzelnen Kreise mit Druck, der dazu nötige Wasseranschluss samt Systemtrenner und richtige Reihenfolge am Verteiler. Wer das nicht kennt, macht Fehler, die den Druck stören. Überlassen Sie das Spülen daher dem Fachbetrieb und lassen Sie die Absperrungen unangetastet.
Prüfen Sie außerdem den Anlagendruck, wie im Ratgeber Heizungsdruck am Manometer ablesen gezeigt. Fehlt Druck, kommt das Wasser nicht bis in die entfernten Kreise. Ein Druckverlust ist selten harmlos, auch wenn sich der Wert durch Nachfüllen kurz bessert. Es kann ein Leck im Estrich oder an einer Verbindung vorliegen, das nur der Fachbetrieb mit Druckprobe aufspürt.
Vorlauftemperatur und Wärmeerzeuger
Fußbodenheizungen laufen mit niedriger Vorlauftemperatur.
Das macht sie träge: Bis sich der Estrich erwärmt, vergeht Zeit, und nach Absenkung braucht er lange, um wieder warm zu werden. Wer die Regelung ständig umstellt, erlebt deshalb Verzögerung und hält sie irrtümlich für einen Defekt. Geben Sie der Anlage Zeit, bevor Sie eine Störung vermuten.
Auch ein Mischerventil oder eine zweite Pumpe kann schuld sein. Liefert der Boden weniger Wärme als der Heizkörper im Nebenraum, spricht das dafür. Beides sitzt in der Verteilung oder im Heizraum und wird nur vom Fachmann geprüft. Notieren Sie, in welchen Räumen es kalt bleibt und in welchen nicht, das grenzt die Ursache deutlich ein.
Wann der Fachbetrieb ran muss
- Rufen Sie an, wenn kein Raum warm wird.
- Das gilt auch bei fallendem Druck oder einem Kreis ohne Durchfluss. Der Betrieb prüft Stellmotoren, Mischer, Pumpe und Verteiler mit Messgerät und kann einzelne Kreise gezielt spülen. Das ist Arbeit am Wasserkreislauf, die Sie auch mit gutem Willen nicht selbst erledigen sollten, weil dabei Druck, Pumpe und Armaturen im Spiel sind.
- Halten Sie diese Angaben bereit: Ort, Gebäudeart, Geräteart, Display-Code, Druckwert und die Liste der kalten Räume.
- Auf diese Angaben stützen wir die Weitergabe an einen Heizungsbetrieb aus der Region, der Fehlersuche und Reparatur ausführt und direkt mit Ihnen abrechnet. Ein Bild vom Verteiler samt Durchflussanzeigern hilft ebenfalls bei der Vorbereitung.
- In der Mietwohnung gehört die Fußbodenheizung zur Mietsache, daher informieren Sie Hausverwaltung oder Vermieter. Hängt das Haus an der Fernwärme, bleibt die plombierte Seite der Station unberührt, und der Heizungsbetrieb prüft die Hausseite mit ihren Pumpen und Reglern. Im Neubau sind Fußbodenheizungen verbreitet, und das Thema Heizung im Neubau ergänzt diese Hinweise um Besonderheiten moderner Anlagen mit niedrigen Vorlauftemperaturen.
Merkliste zur kalten Fußbodenheizung
- Zuerst Raumregler, Batterie, Betriebsart und Solltemperatur prüfen.
- Vorlauf am Heizkreisverteiler vorsichtig mit der Hand fühlen.
- Fußbodenheizung nicht selbst entlüften oder spülen, das macht der Betrieb.
- Welche Räume kalt bleiben, aufschreiben und Kreise zuordnen.
- Elektrik am Verteiler und am Gerät niemals anfassen.
