Aufbau der Übergabestation
- Die Übergabestation trennt das Netz des Versorgers von der Hausanlage.
- Auf der einen Seite strömt das heiße Wasser aus dem Fernwärmenetz herein, auf der anderen Seite versorgt es die Heizkörper und das Warmwasser. Dazwischen sitzt der Wärmeübertrager, der die Wärme weitergibt, ohne dass sich beide Wasserkreise je vermischen.
- Die erste Hälfte der Station heißt Primärseite.
- Dazu gehören die Absperrungen am Hausanschluss, die Leitungen des Versorgers und der Wärmemengenzähler. Alles hier ist dem Versorger vorbehalten und deshalb gesichert. Als Laie sehen Sie hier nur hin, Sie stellen oder drehen nichts, selbst wenn ein Handrad verlockend wirkt.
- Die zweite Hälfte heißt Sekundärseite und gehört zur Hausanlage.
- Hier arbeiten der Regler, die Umwälzpumpen, die Heizkreise und die Warmwasserbereitung. Ein Heizungsbetrieb darf an dieser Seite prüfen, einstellen und reparieren. Wer die Trennlinie kennt, weiß, welche Seite der Station wem gehört.
Was die Plombe bedeutet
Eine Plombe ist ein kleines Siegel aus Draht und Kunststoff oder Blei. Sie sichert Armaturen und Zähler gegen unbefugtes Öffnen. Der Versorger setzt sie, und nur er entfernt sie wieder. Ist eine Plombe gerissen oder fehlt sie, ist das ein Hinweis, den der Versorger erfahren muss, bevor jemand an der Anlage weiterarbeitet.
Zähler und Regler richtig ablesen
Der Wärmemengenzähler zeigt, wie viel Energie das Haus bezogen hat. Sein Display wechselt zwischen mehreren Werten wie Energie, Durchfluss und Temperaturen. Ein dunkles Display kann auf leere Batterie oder fehlende Stromversorgung hindeuten. Ablesen und notieren ist erlaubt, Tasten drücken und Kabel lösen ist es nicht.
Der Regler der Sekundärseite ist der Teil, den Sie am ehesten ansehen sollten. Er steuert die Vorlauftemperatur nach der Außentemperatur und zeigt Betriebszustand und Meldungen an. Prüfen Sie, ob die Betriebsart stimmt, ob eine Fehlermeldung erscheint und ob die Umwälzpumpe hörbar läuft. Wie ein Code zu deuten ist, steht im Ratgeber zum Störungscode am Display.
Zeigt der Regler normale Werte und die Pumpe läuft, die Heizkörper bleiben trotzdem kalt, liegt die Ursache oft im Heizkreis. Ist dagegen der Vorlauf am Wärmeübertrager kalt, kommt wenig oder keine Wärme aus dem Netz an. Diese Beobachtung hilft dem Betrieb enorm, weil sie die Fehlersuche auf eine Seite der Station eingrenzt.
Störung im Haus oder im Netz
Fällt die Wärme nur in einem Haus aus, liegt der Fehler meist in der Station oder in der Hausanlage. Dann ist die Sekundärseite ein Fall für den Heizungsbetrieb. Eine ausgefallene Pumpe, ein falsch eingestellter Regler oder verschmutzte Filter lassen sich ohne Eingriff in die Primärseite beheben.
Bleibt die Wärme in ganzen Straßenzügen aus, liegt die Ursache eher im Netz. Fragen Sie bei Nachbarn nach, ob dort ebenfalls die Heizkörper kalt sind. Ist das so, hilft ein Heizungsbetrieb wenig, denn die Ursache sitzt vor Ihrer Hausgrenze. In diesem Fall informieren Sie den Fernwärmeversorger und die Hausverwaltung.
Merkliste für den Fernwärme-Keller
- Die verplombte Primärseite öffnet nur der Versorger, alle anderen lassen sie unberührt.
- Der Heizungsbetrieb arbeitet an der Hausseite, also Regler, Pumpen und Heizkreisen.
- Meldung am Regler und Verhalten der Pumpe vor dem Anruf notieren.
- Sicherungen und Kabel am Zähler fasst niemand an, der nicht dafür ausgebildet ist.
- Fällt ein ganzer Straßenzug aus, liegt die Ursache eher im Netz.
