Wozu die Heizung ein Gefäß braucht
Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus, und zwar um einen merklichen Anteil. In einer Heizungsanlage mit etlichen Litern Inhalt kommt dabei ein spürbares Mehrvolumen zusammen, das Platz verlangt. Weil der Kreislauf geschlossen ist, muss dieses Volumen irgendwohin. Ohne Ausweichmöglichkeit stiege der Druck schnell, und das Sicherheitsventil müsste Wasser ablassen, bevor Bauteile Schaden nehmen.
Typische Fehler und ihre Folgen
Zu wenig Vordruck ist der klassische Fehler. Mit den Jahren diffundiert Gas durch die Membran, der Druck im Gasraum sinkt, und das Gefäß kann das Wasser nicht mehr puffern. Die Folge: Beim Aufheizen schnellt der Druck in der Anlage hoch, im kalten Zustand sackt er weit ab. Der Zeiger am Manometer schwankt deutlich.
Eine gerissene Membran ist der zweite klassische Schaden. Dann dringt Wasser in den Gasraum, das Gefäß ist voll Wasser und wirkt nicht mehr. Aus dem Prüfventil kann sogar Wasser austreten. Hier hilft kein Nachfüllen, das Gefäß muss ersetzt werden. Der Tausch ist Arbeit für den Fachbetrieb, weil die Anlage zuvor drucklos gemacht wird.
Beide Fehler äußern sich ähnlich. Das Sicherheitsventil tropft, der Druck fällt nach dem Abkühlen auf Werte weit unter Soll, und die Anlage braucht wiederholt Wasser. Auch Luft im System kann entstehen und die Heizkörper gluckern lassen. Welche Werte normal sind, erklärt der Ratgeber zum Heizungsdruck am Manometer ausführlich und mit Beispielen.
Was Sie beobachten können
Sie dürfen den Druck im kalten und im warmen Zustand ablesen.
Ein Unterschied von einigen Zehntel bar ist normal. Springt der Wert dagegen um mehr als ein bar, spricht das für ein defektes Gefäß. Notieren Sie beide Werte mit dem Betriebszustand, denn sie zeigen dem Betrieb, ob das Gefäß arbeitet.
Das Gefäß selbst entleeren, aufpumpen oder öffnen Sie nicht. Der Vordruck wird bei abgesperrtem und drucklosem Gefäß mit einem Prüfmanometer gemessen und mit Stickstoff oder Luft eingestellt. Dafür braucht es Absperrarmaturen, den Sollwert des Herstellers und ein Prüfmanometer. Bei falschem Vorgehen leidet die Membran, und ein Austausch des Gefäßes wird nötig.
Wann der Fachbetrieb gerufen wird
- Rufen Sie an, wenn der Druck stark schwankt, das Sicherheitsventil tropft oder die Anlage Druckstörungen meldet.
- Der Betrieb misst Vordruck und prüft die Membran, stellt den Wert ein oder tauscht das Gefäß. Er klärt auch, ob die Größe zum Wasserinhalt passt, denn ein zu kleines Gefäß hält den Druck nie dauerhaft stabil.
- Nennen Sie Geräteart, abgelesene Druckwerte kalt und warm, Display-Code und Gebäudeart.
- Die Prüfung direkt am Gerät übernimmt dann eine Fachfirma für Heizungstechnik aus Berlin, und die Rechnung stellt sie direkt an Sie. Eine kurze Beschreibung, wann das Ventil tropft, erleichtert die Vorbereitung zusätzlich und hilft bei der Eingrenzung am Gerät.
- Im Mietshaus informieren Sie die Hausverwaltung, denn Gefäß und Anlage gehören zum Gebäude. Bei Gasetagenheizungen steckt das Gefäß in der Therme, bei Zentralheizungen steht es im Heizraum, bei Fernwärme besitzt die Hausseite ein eigenes Gefäß, während die verplombte Primärseite nur der Versorger öffnet. Zur Einordnung hilft die Seite zum Druckverlust in der Heizung mit den üblichen Ursachen.
Merkliste zum Ausdehnungsgefäß
- Das Gefäß fängt die Ausdehnung des erwärmten Heizwassers auf.
- Starke Druckschwankungen und tropfendes Sicherheitsventil deuten auf einen Gefäßfehler.
- Druck kalt und warm ablesen und beide Werte notieren.
- Vordruck prüfen und Gefäß tauschen darf nur die Fachkraft.
- Sicherheitsventil nicht berühren und nicht zudrehen.
