Was das Sicherheitsventil leistet
Das Sicherheitsventil ist die letzte Schutzstufe der Heizung.
Es sitzt am Wärmeerzeuger oder im Vorlauf und öffnet ab einem festen Druck, meist etwa drei bar bei Hausheizungen. Dann lässt es Wasser ab, bis der Druck wieder sinkt. Ein Rohr führt das Wasser in einen Ablauf oder Trichter, damit es nicht ungeführt austritt.
Neben dem Ventil gehört das Ausdehnungsgefäß zur Druckabsicherung. Beide arbeiten zusammen: Das Gefäß fängt die normale Ausdehnung auf, das Ventil greift nur im Notfall ein. Wie das Gefäß funktioniert, steht im Ratgeber zum Ausdehnungsgefäß. Ist es defekt, steigt der Druck beim Heizen sprunghaft, und das Ventil muss Wasser ablassen, damit nichts platzt.
Häufige Gründe für das Tropfen
- Zu hoher Anlagendruck ist der naheliegende Grund. Wurde zu viel Wasser nachgefüllt, überschreitet der Druck beim Aufheizen den Grenzwert, und das Ventil gibt etwas Wasser ab. Lesen Sie den Wert am Manometer ab, wie der Beitrag Heizungsdruck am Manometer ablesen beschreibt. Liegt er weit über dem Sollbereich, ist das die Erklärung.
- Ein defektes Ausdehnungsgefäß ist die zweite typische Ursache.
- Verliert es seinen Vordruck, fehlt der Puffer, und der Druck schnellt beim Heizen nach oben. Das Ventil tropft dann zuverlässig bei jedem Aufheizen und danach nicht mehr. Dazu passt, dass der Druck im kalten Zustand deutlich unter den Sollwert fällt und häufiger Nachfüllen nötig wird.
- Schließlich kann das Ventil selbst verschmutzt oder verkalkt sein.
- Dann schließt die Dichtung nicht mehr sauber, und es tropft, obwohl der Druck stimmt. Das erkennen Sie daran, dass der Wert am Manometer normal ist. Auch ein altes Ventil mit ausgeleierter Feder lässt Wasser durch. In beiden Fällen tauscht der Fachbetrieb das Ventil.
Was Sie tun und was nicht
Beobachten Sie zuerst, wann das Tropfen auftritt. Passiert es nur beim Aufheizen und hört danach auf, deutet das auf das Ausdehnungsgefäß oder auf zu hohen Anlagendruck. Tropft es dauerhaft, ist eher das Ventil verschmutzt oder undicht. Diese Unterscheidung hilft dem Betrieb, ohne dass Sie am Ventil selbst etwas tun müssen.
Wann der Betrieb ans Gerät muss
Rufen Sie an, sobald das Ventil regelmäßig Wasser ablässt. Der Betrieb misst Druck und Vordruck, prüft das Gefäß, reinigt oder tauscht das Ventil und stellt die Füllmenge der Anlage richtig ein. Ein dauerhaft tropfendes Ventil ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis, dass die Absicherung ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllt.
Das Gegenstück zum Überdruck ist der Druckverlust in der Heizung. Nennen Sie am Telefon Gerätetyp, Druck kalt und warm, den Zeitpunkt des Tropfens und die Gebäudeart. Danach übernimmt ein Betrieb für Heizungstechnik aus Berlin die Arbeit und rechnet selbst mit Ihnen ab. Ein Foto vom Ablaufrohr und vom Manometer ergänzt Ihre Angaben und macht die Schilderung greifbarer.
Mieter informieren Hausverwaltung oder Vermieter, denn Ventil und Gefäß gehören zur Anlage des Hauses. Auch die Hausseite einer Fernwärme-Übergabestation besitzt ein eigenes Sicherheitsventil. Austretendes Wasser kann heiß sein, halten Sie deshalb Kinder und Haustiere vom Ablaufrohr fern, und lassen Sie die plombierten Teile der Versorgerseite unberührt, weil dort allein der Versorger arbeitet.
Merkliste zum tropfenden Ventil
- Das Sicherheitsventil schützt die Anlage und darf nie zugedreht werden.
- Druck kalt und warm ablesen, den Sollbereich vergleichen.
- Tropfen nur beim Aufheizen deutet auf Gefäß oder Überdruck.
- Ablaufrohr frei lassen, Auffanggefäß darunter stellen, Kinder fernhalten.
- Am Ventil, Hebel und Drehknopf selbst nichts verstellen.
